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Zugnetzfischerei - Erste Erfahrungen

Zugnetzfischerei - Erste Erfahrungen

Im Artikel Grundlagen der Zugnetzfischerei wurde bereits grob angerissen, wie die Zugnetzfischerei theoretisch abläuft und aussehen soll. Da wir selbst nur wenig Erfahrung im Umgang mit dem Zugnetz hatten, kamen die praktischen Tipps in diesem Beitrag leider etwas zu kurz. Das wird aber an dieser Stelle nachgeholt, denn letztes Wochenende ergab sich uns die Möglichkeit ein mal selbst mit dem Zugnetz zu hantieren.

Das Gewässer

Ort des Geschehens war ein ehemaliger Steinbruch mit Wassertiefen um die 1,50m und einer Wasserfläche von etwa 0,7ha. Klassisch für einen Steinbruch: kiesig, steiniger Boden mit wenig Schlamm und relativ steil abfallenden Ufern. Keine optimalen Bedingungen für den Einsatz eines Zugnetzes, doch wir wagten es trotzdem.

Zielsetzung

Mit der Absicht einen oder besser mehrere Graskarpfen aus dem Teich zu entnehmen, hatten wir uns für den ersten Versuch ein ziemlich hohes Ziel gesteckt. Die Tiere sind äußert scheu und flüchten schon beim geringsten Geräusch. Doch die Motivation war da. Wieso also nicht einen Versuch wagen?

Vorbereiten

…des Netzes

Zugnetz

Das Netz besorgten wir beim Verband, was sich bei frühzeitiger Anfrage als völlig unkompliziert herausstellte. Die Daten des Netzes:

  • Länge: 100m
  • Höhe: gut 3m
  • Maschenweite: ca. 4cm

Vermutlich etwas zu groß für das Gewässer, doch eine große Auswahl hatten wir leider nicht. Alternativ hätte man aber sicher auch bei anderen Angelvereinen oder den umliegenden Fischzuchten nachfragen können.

Sehr wichtig: Vorher das Netz an Land auslegen und geordnet zusammenlegen. Die Unterleine auf die eine, die Oberleine auf die andere Seite. So vermeidet man Ärger beim Auslegen.

…der Fangstelle

Schon vor dem Auslegen sollte man eine geeignete Uferstelle gefunden haben.

Am besten so flach abfallend, wie nur möglich.

Wie zu vermuten, war das bei dem Steinbruch wegen dessen Badewannen-Form relativ schwierig. Letztlich wählten wir die „flachste“ Stelle, die zu finden war, und schnitten hier den Uferbewuchs bis auf den Boden zurück, um das Netz ohne Hänger einholen zu können. Mehr Vorbereitung war vor Ort nicht nötig.

…der Helfer

Insgesamt benötigt man mindestens 5-6 Personen, um vernünftig arbeiten zu können. Viel mehr sollten es aber auch nicht sein, denn viele Köche versalzen bekanntlich die Suppe. 😉

Wenn unerfahrene Helfer dabei sind, sollte man die Kameraden schon mal vorab über den Ablauf informieren. Im Artikel Grundlagen der Zugnetzfischerei findet man dazu ein sehr gutes Video.

Es geht los

Lagebesprechung

Zugnetz - Einweisung der Helfer

Es kann also losgehen. Doch bitte nicht gleich dem Aktionismus verfallen und drauf loslegen. Alle Helfer sollten noch mal genau eingewiesen werden, sonst endet die Aktion im Chaos. Jeder muss seine Aufgabe kennen.

In unserem Fall hätte das besser laufen sollen, denn schon nach kurzer Zeit ging es etwas chaotisch zu. Dazu kam, dass schlicht zu viele Leute – auch „Schaulustige“ – mitmischen wollten.

Zugnetz auslegen

Am besten wird das Zugnetz vom Boot aus ausgelegt. Das gestaltet sich sehr einfach, wenn man das Netz gut vorbereitet hat. Wichtig ist hier nur eines: Die Leinen dürfen sich beim Auslegen nicht kreuzen, sonst entstehen große Öffnungen und man kann wieder von vorne anfangen.

Einholen

Zugnetz - Helfer

Beim Einholen war die Euphorie anfangs groß, denn schon nach wenigen Minuten sprang ein kapitaler Graskarpfen am Netz hoch. Vom Ehrgeiz gepackt zogen wir das Netzt viel zu schnell ein und die Unterleine hob mehrfach vom Boden ab. Die Chance wird der Graser genutzt haben, denn am Ende war er nicht mehr im Netz.

Die „Ausbeute“ war nicht schlecht, aber auch ernüchternd: Einige Forellen, ein Giebel und ein Zander. Der Graskarpfen ist wohl durch die Lücken abgehauen.

Fazit

Es ist nicht so leicht, wie es aussieht. Zumindest dann, wenn die Rahmenbedingungen, sprich die Gewässerstrukturen nicht optimal sind. Doch mit etwas mehr Geschick, Ruhe und Erfahrung hätte sich bestimmt größerer Erfolg eingestellt, zumal wir ja einen „Zielfisch“ bereits im Netz hatten. Wir werden es definitiv noch mal versuchen. 🙂

Über Niklas


Gewässerwart im Angelverein seit 2010, Vorsitzender eines Gewässerschutz Vereins und Gründer des Gewässerwart Blogs. Begeisterter Skandinavien-Fahrer, Angler und Medieninformatiker.

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