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Totholz in Fließgewässern - Empfehlungen zur Gewässerentwicklung

Totholz in Fließgewässern - Empfehlungen zur Gewässerentwicklung

Ich möchte euch hier die Broschüre „Totholz für Fliessgewässer – Empfehlung zur Gewässerentwicklung“ von Marc Gerhard und Prof. Dr. Michael Reich vorstellen. In diesem Buch werden die Bedeutung von Totholz und dessen gezielter Einsatz bis hin zu Gefahren und rechtlichen Voraussetzungen detailliert behandelt.

Buchdaten

  • Autor: Marc Gerhard, Prof. Dr. Michael Reich
  • Gebundene Ausgabe: 84 Seiten
  • Erscheinungsdatum: 2001
  • Herausgeber: Gemeinnützige Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GFG) mbH
  • Preis: z.Zt. vergriffen, erhältlich als PDF Download
  • Bezugsquelle: Totholz in Fließgewässern – Empfehlungen zur Gewässerentwicklung

Inhalt

Kapitel 1 – Bedeutung und Funktion von Totholz

Auf den ersten 30 Seiten dieser Broschüre gehen die Autoren auf den Begriff „Totholz“ als solchen ein. Was ist Totholz? Wie entsteht es? Und welche Vorteile bringt es einem fließenden Gewässer? Gut illustriert werden Begriffe wie „Totholzdynamik“ und „Lebensraum Diversität“ erläutert. Sehr genau wird hier auf die wasserwirtschaftliche Bedeutung eingegangen.

Kapitel 2 – Entwicklungsziele

Das zweite Kapitel beschäftigt sich neben der Eigendynamik eines Gewässers mit dem Für und Wider von Totholz in Hinblick auf vorhandene Nutzungsbedingungen durch Anlieger. Sehr übersichtlich wird die Wirkung von Totholzstrukturen in einer eingearbeiteten Tabelle aufgezeigt.

Kapitel 3 – Rechtliche Voraussetzungen zum Belassen und zum Einbringen von Totholz

In diesem Kapitel wird einleitend die Gesetzeslage des Wasserhaushaltsgesetzes der BRD im Bezug auf den Unterhalt eines Gewässers erörtert. Weiterhin werden die spezifischen Wassergesetze der Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz behandelt.

Kapitel 4 – Gefahren und Gefahrenminimierung bei Totholz in Fliessgewässern

Auf den folgenden 15 Seiten wird neben den Vorteilen von Totholzstrukturen auch auf die möglichen Gefahren durch deren Einbau im Gewässer eingegangen. Neben der Beurteilung von Gefahrenpotentialen werden verschiedene Schutzkonzepte vorgestellt, die mit Hilfe einer Tabelle den jeweiligen Gegebenheiten zugeordnet werden können. Weiterhin wird die praktische Umsetzung der einzelnen Schutzmaßnahmen erklärt.

Kapitel 5 – Beispiele für Totholz in Fliessgewässern

Im vorletzten Kapitel werden dem Leser Möglichkeiten zum praktischen Einsatz von Totholzelementen aufgezeigt. Gut illustriert geben die Autoren zunächst einen Überblick über naturnahe und natürliche Gewässerstrukturen. Anschließend werden diese Strukturmodelle in die Praxis übertragen. Einige Beispiele beschreiben den Ablauf vom Einbringen und Verbau sowie die gewonnene Eigendynamik im Gewässer, die durch das Einbringen des Gehölzes entsteht.

Kapitel 6 – Übungsaufgaben für Einzelfallentscheidungen

Das letzte Kapitel zeigt verschiedene, konkrete Anwendungsfälle mit deren Problemstellungen und Lösungsansätzen. Durch fünf fallspezifische Praxisbeispiele werden Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Totholz im Fließgewässer dargestellt. Die Lösungsansätze befassen sich dabei mit den Themen:

  • Abschätzen der Verdriftung
  • Bewertung der morphologischen Wirkung
  • dem Einschätzen der Folgen
  • sowie dem Einbringen von Totholz

Die Beispiele werden immer wieder durch Abbildungen und Fotos verdeutlicht.

Fazit

Die Broschüre „Totholz in Fliessgewässern – Empfehlungen zur Gewässerentwicklung“ bietet dem Leser einen klaren und praxisorientieren Einblick in die Funktionen und den Umgang mit Totholz im Gewässer. Die vermittelten Grundlagen sind dank der zahlreichen Abbildungen nicht nur für den Fachmann verständlich, sondern auch für Laien einfach nachzuvollziehen. Die behandelten Themen Rechtliche Voraussetzungen und Gefahren zeigen dem Leser zudem auch potentielle Probleme auf, die durch Totholzstrukturen entstehen können. Als sehr informative und zudem kostenlos erhältliche Lektüre: Absolut lesenswert!

Über Daniel


Frischgebackener Gewässerwart seit 2015 und passionierter Angler. Er berichtet in der Rubrik "Ruhrgeschichten" von seinen Erfahrungen als Einsteiger.

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