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Ruhrgeschichten - Erfahrungen eines Gewässerwarts

Ruhrgeschichten - Erfahrungen eines Gewässerwarts

Aller Anfang ist schwer – besonders als frischgebackener Gewässerwart. Daniel und sein Vereinskamerad erleben momentan die gleiche Orientierungssphase, die sicher viele Gewässerwarte aus ihren Anfängen nur zu gut kennen: Als absolute Neueinsteiger arbeiten sie sich in eine recht komplexe Materie ein, setzen sich mit zuvor ungeahnten Wünschen der Vereinsmitglieder auseinander und müssen gleichzeitig die Verantwortung gegenüber der Natur im Blick behalten. Das ist nicht immer leicht, doch trotz alledem haben es sich die beiden zur Aufgabe gemacht das eingestaubte Amt des Gewässerwarts in ihrem Verein wieder aufleben zu lassen.

Dieser Beitrag ist der erste einer Reihe von Artikeln, die Daniel hier im Blog veröffentlichen wird. Unter der Rubrik „Ruhrgeschichten“ wird er von den Erfahrungen berichten, die er mit seinem Kollegen an einer 2,8 km langen Teilstrecke der Ruhr und einem Vereinsteich mit 0,15 ha Wasserflächen macht. Doch genug der einleitenden Worte. Hier der erste Bericht.

Die Anfänge

Im November 2014 fassten ein Vereinskamerad und ich den Entschluss, das seit Jahren verwaiste Amt des Gewässerwartes zu übernehmen. Zwar wussten wir das dieses Amt viel Arbeit mit sich bringt, aber wie viel Man Power, Hirnschmalz und Freizeit wir wirklich einbringen müssten, war uns zunächst nicht bewusst. Es begann mit dem grenzenlos erscheinenden Wissen, das wir uns nun anzueignen hatten.  Neben dem Fachwissen im Bereich der chemischen und biologischen Wasseranalyse mit ihren unzähligen Formeln, Verbindungen und Zusammenhängen kam das große Thema Besatzpolitik hinzu. Hier galt es die althergebrachte  Besatzpolitik des Vereins erst einmal aus unseren fischereilich geprägten Köpfen zu bekommen – denn als Angler waren wir immer der Meinung: „Viel Besatz, viel Fisch, viele Fänge!“. Wir wurden eines Besseren belehrt!

Ein Konzept muss her

Nach unzähligen gelesenen Seiten von beinahe ebenso vielen Professoren, Doktoranden, Fischwirten und anderen Autoren, die meinten ihre Besatzpolitik sei die Beste, festigte sich der Gedanke der nachhaltigen Bewirtschaftung eines Gewässers in unseren Köpfen. Und so brachten wir im Januar 2015 – noch vor unserer eigentlichen Wahl – das Erlernte konzeptionell zu Papier. Viel theoretisches Wissen in Kombination mit einem mäßigen Zustand unserer beiden Vereinsgewässer brachten insgesamt 13 Seiten mit Vorschlägen hervor, die sich von Renaturierungsarbeiten über Umstellen der Besatzpolitik bis hin zur Wiederansiedlung einiger Arten erstreckte.

Das langfristig ausgelegte Gesamtkonzept lag nun dem Vorstand vor. Für uns hieß es nun: Warten und bangen.

Wie würden unsere Vorschläge ankommen? Würde man uns als frischgebackene Gewässerwarte überhaupt schon ernst nehmen?

Eine von uns für Mitte Januar angesetzte Informationsveranstaltung für den Vereinsvorstand brachte  Erleichterung. Vieles wurde besprochen und konstruktiv hinterfragt. Doch nach 2,5 Stunden stand der Entschluss fest: Bis auf einige kleine Zusprüche und Änderungen wurde unser Konzept vom Vorstand abgesegnet.

Und so werden nun in den kommenden Monaten viele neue und interessante Arbeiten auf uns zukommen, die uns sicherlich nicht immer Erfolg bescheren werden, denen wir aber mit viel Freude und Zuversicht entgegen sehen.

Über Daniel


Frischgebackener Gewässerwart seit 2015 und passionierter Angler. Er berichtet in der Rubrik "Ruhrgeschichten" von seinen Erfahrungen als Einsteiger.

Kommentare

  1. Daniel K. meint:

    Hallo Daniel, Daniel hier... =:-)...

    erstmal toi toi zur neuen "Stelle" uns viel Erfolg bei Eurem Vorhaben. Ich freue mich sehr auf Eure noch folgenden Geschichten und im generellen über diesen Blog. Ich bin ebenfalls gerade zum Gewässerwart gewählt worden und stehe vor den gleichen Herausforderungen wie Ihr standet. Ich habe ebenfalls einen Kompagnon und das Glück, das er Biologe ist. Unser See ist 25ha groß und von traumhafter Klarheit. Ein Hecht und Schleiengewässer par exellence. Da es nur ein Pachtgewässer ist, dürfen wir uns mit dem Eigentümer und dem NABU bzw. sämtlichen Behörden rumschlagen.

    Mich würde brennend interessieren was Ihr für Literatur zur Hilfe genommen habt und woher Ihr diese habt. In der örtlichen Bücherhalle war absolut nichts zu finden. Kannst Du mir hier mit links oder Titeln inkl. ISBN Nr. helfen? Das wäre super. Ich danke Dir im Voraus für jegliche Auskunft die Du mir geben kannst.

    Tight lines und hoffentlich bis bald.
    Daniel Köhler aus Norderstedt bei Hamburg.

    • Niklas meint:

      Hi Daniel,

      gutes Material ist sehr rar. Das muss man leider so feststellen.
      Allerdings kannst du in der Rubrik Literatur schon einige gute Buchtipps finden. Daniel hat mir bereits seine Literaturtipps zukommen lassen, die wie dann auch dort verlinken werden.

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