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Maifischzucht in Aßlar

Maifischzucht in Aßlar

Im November diesen Jahres stand ein Besuch der Maifischzucht in Aßlar an, der vom VHF im Rahmen des Herbstseminars für Gewässerwarte organisiert wurde. Zunächst berichtete Dr. Andreas Scharbert – Koordinator des Maifischprojekts – in einem interessanten Vortrag von der Biologie des Maifischs und den Fortschritten der Maifischzucht. Das aktuelle Zuchtprojekt nennt sich LIFE+ Projekt Alosa alosa und dient zum Schutz und zur Wiederherstellung der Bestände des Maifischs in den Einzugsgebieten des Rheins und der Gironde.

Auszüge aus dem Vortrag

Da die Präsentation ziemlich umfangreich war, picke ich an dieser Stelle mal drei Fakten heraus, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind.

  • Maifische scheinen äußerst empfindlich zu sein. Herr Scharbert flappste:

    Man muss äußerst behutsam mit den Fischen umgehen. Schaut man sie nur schief an, fallen sie tot um.

  • Auch die Markierung der Fische zur Bestimmung der Rückläufer war mir bisher nicht bekannt. Die Maifische werden mit grün gefärbtem Antibiotikum markiert, das sich als farbiger Ring in den Otolithen festsetzt.
  • Weiterhin sehr interessant ist eine besondere Methode zur Feststellung der Laichaktivität. Die Fische sind während der Eiablage sehr aktiv und wirbeln dabei das Wasser so stark auf, dass man die Laichaktivität mittels Mikrofonen am Ufer feststellen kann.

Wer die Möglichkeit hat einen Vortrag von Herrn Scharbert zu besuchen, sollte sie wahrnehmen.

Die Zuchtanlage

Im Anschluss an den Vortrag ging es gruppenweise in die seit Juni bestehende Zuchtanlage. Diese befindet sich auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrum Aßlar und ist Deutschlands erste Anlage dieser Art. Vorteil des ungewöhnlichen Standortes ist die vor Ort entstehende Abwärme, die für die Beheizung der Maifischzucht genutzt wird.

Optisch unterscheidet sich die Anlage nicht sonderlich von anderen Zuchtanlagen, doch die Ansprüche der Maifische sind besonders. Wassertemperatur, Futter und Salzgehalt müssen stimmen und werden teilweise noch optimiert. So berichtete Dr. Scharbert beispielsweise von anfänglichen Problemen mit der Futterverträglichkeit.

Maifischzucht Aßlar

AWZ Aßlar – Standort der Maifischzucht

Maifischzucht Aßlar

junge Maifische

Maifischzucht Aßlar

Die Anlage der Maifischzucht

Maifischzucht Aßlar

Jungfischbecken

Maifischzucht Aßlar

Jungfischbecken aus der Nähe

 

Über Niklas


Gewässerwart im Angelverein seit 2010, Vorsitzender eines Gewässerschutz Vereins und Gründer des Gewässerwart Blogs. Begeisterter Skandinavien-Fahrer, Angler und Medieninformatiker.

Kommentare

  1. Thomas Brück meint:

    Gibt es das Maifisch-Projekt noch in Aßlar, ich habe lange nichts neues mehr gehört?
    Und wieviele Maifische sind daraus hervorgegangen?

    • Meines Wissens nach, macht sich der Maifisch nach den Wiederansiedlungsmaßnahmen im Rhein ganz gut.
      Selbst hier in einem Main-Zufluss wurde schon ein adultes Tier von einem Angler gefangen.

      Das Der Besatz wurde wohl nur bis 2015 durchgeführt: Life+ Projekt Alosa alosa

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