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Lehrgang "Elektrofischfang" in Albaum

Lehrgang "Elektrofischfang" in Albaum

Nach mehreren Einsätzen als Helfer bei Elektrobefischungen, entschloss ich mich selbst einen Elektrofischereischein – einen sogenannten Bedienungsschein – zu erwerben. Dieser Schein ist Voraussetzung, um ein entsprechendes Fanggerät führen zu dürfen und wird nur nach dem erfolgreichen Absolvieren eines Elektrofischerei-Kurses vergeben. Da es in Deutschland nur wenige Institutionen gibt, die einen solchen Kurs anbieten, entschied ich mich für den nächstgelegenen Lehrgang „Elektrofischfang“ des LANUV Nordrhein-Westfalen in Albaum-Kirchhundem.

Standort Albaum

Albaum ist eine kleine, idyllisch gelegene Ortschaft im Sauerland und beherbergt den Hauptsitz des Fachbereichs Fischereiökologie LANUV Nordrhein-Westfalen. Neben üblichen Büroräumen einer Behörde befinden sich zusätzlich eine Fischzucht – u.a. für Lachse – und ein Labor (Fischgesundheitsdienst) auf dem Areal. Der Kurs selbst fand in einem Schulungsraum statt.

Unterbringung & Verpflegung

Die Buchung der Unterkunft musste man vorab selbst übernehmen. Ich war mit 4 weiteren Teilnehmer des Kurses in einem Landhaus nahe Albaum untergebracht. Da wir dort die einzigen Gäste waren, gestaltete sich die Planung der Essenszeiten recht flexibel und auch die abendliche Gesprächsrunde liefen in gemütlichem Rahmen ab. Die restlichen Teilnehmer kamen entweder aus der nahen Umgebung oder hatten andere Unterbringungen rings um Albaum gewählt.

Kleiner Verpflegungstipp: Da wir nur Halbpension gebucht hatten und es direkt in Albaum lediglich einen kleinen Metzgerladen gibt, pilgerten wir in den langen Mittagspausen zum Essen nach Würdingshausen.

Ablauf

Der Kurs dauert insgesamt 5 Tage (Montag bis Freitag) bestehend aus zwei Tagen Theorie gefolgt von zwei Tagen praktischen Übungen am Wasser und dem abschließenden Prüfungstag.

Theorie

Der theoretische Teil beinhaltet:

  • physikalische Grundlagen – beispielsweise Ohm’sches Gesetz
  • physiologische Auswirkung von Strom im Wasser
  • biologische Grundlagen in Form der Fischkunde
  • Auffrischungskurs Erste Hilfe
  • Fischtransport

Wer sich vorab bereits mit dem Thema Elektrofischerei auseinandergesetzt hat und sich noch ein wenig an den Physikunterricht erinnert, wird hier schnell auf Bekanntes stoßen. Es wird quasi kein Vorwissen vorausgesetzt, allerdings trägt etwas Vorarbeit sicher zum besseren Verständnis bei. Einen Einstieg ins Thema findet ihr im Artikel Grundlagen der Elektrofischerei.

Leider sind die Vorträge etwas trocken aufbereitet. Mit kreativeren Präsentationstechniken könnte man sicher die Aufmerksamkeit der Zuhörer länger aufrecht erhalten und auch ständig wiederkehrende Fragen vermeiden. Trotzdem vergingen die beiden Tage doch sehr schnell und man konnte nützliches Wissen mit ans Wasser nehmen.

Praxis

Elektrofischerei-Kurs Albaum - Biggesee

Elektrofischen vom Boot – Biggesee

Am 3. Tag wurden alle 16 Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt, die die praktischen Übungen an verschiedenen Standorten im Wechsel durchführten. Zu Fuß oder per Fahrgemeinschaften am Einsatzort angekommen, ging es unter Anleitung der Betreuer direkt ins/aufs Wasser. Die befischten Gewässer waren der Albaumer Bach, die Sieg und der Biggesee. Dabei wurde einzeln, im Verband mit 3 Elektrofischern, mit Transportboot und direkt vom Boot aus gefischt. Jeder Teilnehmer bekam so ein gutes Gefühl für den korrekten Umgang mit dem Gerät und besonders mit den Tieren.

Prüfungstag

Der Prüfungstag begann mit der schriftlichen Prüfung, die aus knapp 50 Aufgaben mit vorwiegend Multiple Choice Antworten bestand. Wer an den Vortagen aufmerksam zugehört und auf den ein oder anderen Hinweis der Dozenten geachtet hatte, konnte die Aufgaben ohne großen Lernaufwand lösen. Viele gaben die ausgefüllte Prüfung bereits frühzeitig ab.

Nach der schriftlichen Prüfung folgten eine Führung über die Zuchtanlage sowie die abschließende, praktische Prüfung. Für die praktische Prüfung wurden wir in kleine Prüfungsgruppen mit 4 Personen aufgeteilt. Jede Gruppe wurde mit einem konkreten Einsatzszenario konfrontiert und musste nach kurzer Beratungszeit eine geeignete Vorgehensstrategie mit den dafür nötigen Hilfsmitteln vorstellen.

Zu guter Letzt wurden die Bedienungsscheine ausgehändigt und der Kurs offiziell beendet.

Fazit

Zusammenfassend war es eine schöne und interessante Woche im Sauerland. Man hat sowohl therotisch als auch praktisch dazugelernt und konnte sich mit Gleichgesinnten austauschen. Die Prüfungsaufgaben sind definitiv machbar und sollten für jeden motivierten Teilnehmer kein Problem darstellen. Letztlich rundete die bestandene Prüfung den Lehrgang positiv ab.

Über Niklas


Gewässerwart im Angelverein seit 2010, Vorsitzender eines Gewässerschutz Vereins und Gründer des Gewässerwart Blogs. Begeisterter Skandinavien-Fahrer, Angler und Medieninformatiker.

Kommentare

  1. Max Freuck meint:

    Hallo Niklas.
    Wir machen zu zweit auch den Schein in Albaum im September. Wo warst du untergebracht?
    Danke für Info
    Max

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