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Karausche oder Giebel?

Karausche oder Giebel?

Unterscheiden lassen sich Giebel und Karausche besonders gut an der Form ihrer Rückenflossen. Beim Giebel ist die aufgestellte Rückenflosse nach innen eingebuchtet (konkav) oder gerade, wobei die Rückenflosse der Karausche nach außen gewölbt (konvex) ist.

Auch die Färbung der Fische lässt eine Unterscheidung zu, doch kann diese von Gewässer zu Gewässer verschiedene Ausprägungen aufweisen. Die Karausche ist oftmals dunkler, gold-bronzen gefärbt, wobei der Giebel generell eher eine hellere, silbrig-graugrüne bis bräunliche Färbung aufweist. Zusätzlich sind auch die Augen der Kaurausche meist dunkler als die des Giebels.

Das Schuppenkleid des Giebels besitzt etwas größer ausgeprägte Schuppen, daher findet man entlang der Seitenlinie auch eine geringere Schuppenanzahl (ca. 27-33). Bei der Karausche sind diese kleiner (ca. 31-36 entlang der Seitenlinie).

Das Bauchfell des Giebels ist dunkel, doch kann die Färbung natürlich nur bei toten Tieren festgestellt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Karausche in manchen Bundesländern ganzjährig geschützt ist und eine Bestimmung über andere Merkmale geschehen muss.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist ein schwarzer Fleck auf der Schwanzwurzel der Karausche (Petrifleck), den der Giebel nicht besitzt. Dieser tritt vermehrt bei jüngeren Exemplaren auf, kann aber auch gänzlich fehlen und ist daher nur bedingt ein Unterscheidungsmerkmal.

Unterschiede im Überblick

Karausche

Giebel

Rückenflosse konvex Rückenflosse konkav
gold-bronzene Grundfarbe silbrig-graugrüne Grundfarbe, oft auch bräunlicher Ton
oft dunkle Augen oft helle Augen
kleinere Schuppen größere Schuppen
helles Bauchfell dunkles Bauchfell
schwarzer Fleck auf Schwanzwurzel (Petrifleck) kein Fleck auf Schwanzwurzel

Hybride

Sind Laichzeit und Ablaichort der beiden Arten identisch kann es zu Kreuzungen kommen. Es entstehen Mischformen (Hybride). Das vermengte Erbgut sorgt dafür, dass es zu Problemen bei der Unterscheidung kommt, da auch artenspezifische Körpermerkmale vermischt auftreten. Hier kann nur noch die DNA-Analyse weiterhelfen, die das Erbgut in seinen Bestandteilen untersucht.

Über Niklas


Gewässerwart im Angelverein seit 2010, Vorsitzender eines Gewässerschutz Vereins und Gründer des Gewässerwart Blogs. Begeisterter Skandinavien-Fahrer, Angler und Medieninformatiker.

Kommentare

  1. Benders Bernd meint:

    Hallo,

    die Angaben zum Unterschied Giebel Karausche ist teilweise falsch.
    Den "Petrifleck" zeigen nicht alle Karauschenstämme.
    Wenn der Stamm das Merkmal ausbildet, dann nur als Jungtier. Erwachsene Karauschen haben niemals einen Fleck!
    Die schwarze Bauchhaut beim Giebel ist kein sicheres Merkmal mehr. Es gibt auch Karauschen mit schwarzem Bauchfell. Vermutlich sind das Hinweise, dass Giebel im Stammbaum dabei waren. Das Bauchfell des Giebels ist einige Zeit nach dem Tod auch hell. Sicherstes Merkmal ist zur Zeit die Anzahl der Kiemenreusendornen auf dem 1. Kiemenbogen.
    Giebel 35-54
    Karausche 22-23.
    Das sieht man auf den 1. Blick.

    Bernd

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