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Folgen von Graskarpfen-Besatz

Folgen von Graskarpfen-Besatz

Graskarpfen gegen Wasserpflanzen einzusetzen ist eine weit verbreitetes „Allheilmittel“, das in vielen Angelvereinen gängige Praxis war und leider teilweise auch noch ist. Wieder eines dieser Extrembeispiele, die die Folgen eines Problems bekämpfen, statt die eigentlichen Ursachen zu suchen. Dieser Artikel zeigt, warum man vom Besatz mit Graskarpfen nur abraten kann.

Ernährung des Graskarpfens

Der Graskarpfen (auch Grasfisch oder Weißter Armur) ernährt sich hauptsächlich von Pflanzen aller Art, weshalb er auch immer wieder gegen wuchernde Wasserpflanzen eingesetzt wird. Die Verdauung des Karpfens ist sehr ineffizient. Die pflanzliche Nahrung wird nicht komplett verwertet, so dass er eine große Menge an Nahrung benötigt – etwa das 1- bis 2-fache des Körpergewichts bei Wassertemperaturen ab 20° C.

Ein detaillierte Zusammenfassung zu Lebensweise und Eigenschaften des Graskarpfens findet ihr als Arten-Portrait im Gewässerwart-Forum.

Gründe gegen Graskarpfen

Neozoen

Der Graskarpfen ist ein aus Asien stammender Neozoen, sprich bei uns nicht heimisch. Deshalb ist es auch bereits in vielen Bundesländern verboten diese Art in offene Gewässer auszusetzen – er gehört schlichtweg nicht hier her.

Folgen fürs Gewässer

Größtes Problem ist der enorme Appetit, den man sich ja eigentlich zu nutze machen wollte. Besonders in kleineren Gewässern kann man die nötige Besatzmenge kaum abschätzen. Schnell ist mehr weggefressen, als dem Gewässer gut tut. Dieser Kahlfraß führt letztlich zu:

  • erhöhte Nährstoffmengen im Wasser
  • schlechte und stark schwankende Wasserwerte
  • vermehrt, starke Algenblüten
  • Fischvorkommen geht aufgrund fehlender Laichmöglichkeiten zurück
  • Lebensräume für Kleinstlebewesen und Jungfische fehlen
  • usw.

Hier führt eins zum anderen, denn Wasserpflanzen sind nun mal ein wichtiger Bestandteil eines Gewässers.

Erfahrungen mit Graskarpfen

Die oben aufgeführten Probleme können wir nur bestätigen. In unserem Vereinsteich hat sich über Jahre abgezeichnet, was unsachgemäßer Besatz mit Graskarpfen anrichtet. Grund für den Besatz war stark wucherndes Hornkraut, das nahezu die gesamte Wasserfläche des Teichs bedeckte. Wie viele Exemplare genau besetzt wurden ist heute leider nicht mehr nachzuvollziehen, aber etwa 20 Tiere auf 0,7ha(!) Wasserfläche waren es sicher.

Natürlich ging die Maßnahme in den ersten Jahren voll auf. Die Graskarpfen verrichteten ihren Dienst und mähten das Hornkraut restlos weg. Doch dabei blieb es leider dann nicht. Selbst einst recht große Seerosen-Bestände sind komplett verschwunden. Die Graskarpfen finden jetzt kaum noch etwas zu fressen und gehen schon an Uferpflanzen, wie Kalmus, Rohrkolben und Co.. Sogar an überhängenden Baumblättern wird geknabbert.

Die Pflanzen sind weg,
andere Probleme folgen

Zurück bleibt eine leergefegtes Gewässer. In der Teichwirtschaft, wo die Teiche intensiv genutzt werden, mag so etwas funktionieren. In einem natürlichen Gewässer ist das allerdings als Totalschaden einzustufen. Jetzt müssen wir sehen, dass sich Wasserpflanzen überhaupt wieder ansiedeln können und wie wir die Graskarpfen wieder raus bekommen.

Außerdem muss man sich immer noch die Fragen stellen, wieso die Pflanzen damals überhaupt so extrem wuchern konnten? Das passiert letztlich ja nur, wenn sie genügend Nährstoffe zum Wachsen haben. Es gilt also zu klären, woher die Nährstoffeinträge kommen und diese dann entsprechend zu behandeln. Dieses Problem besteht also nach wie vor – auch nach den Graskarpfen.

Fazit

Graskarpfen sind keine Wunderwaffe, sondern können am Ende noch mehr Probleme schaffen als man zuvor hatte. Deshalb lieber komplett auf Graskarpfen-Besatz verzichten und die Ursachen für das vermehrte Pflanzenwachstum beseitigen.

Über Niklas


Gewässerwart im Angelverein seit 2010, Vorsitzender eines Gewässerschutz Vereins und Gründer des Gewässerwart Blogs. Begeisterter Skandinavien-Fahrer, Angler und Medieninformatiker.

Kommentare

  1. Brixius Peter meint:

    Hallo,

    ich war mal Gewässerwart in einem Verein mit einem Gewässer (eine ehemalige Kiesgrube) mit ca. 1ha. Auch hier waren Hornkraut und viele Blattlaichkräuter sozusagen Herr im Wasser. Wir hatten zu dieser Zeit eine Bunte Palette von Fischarten im Gewässer. Rotaugen, Rotfeder, Güster, Brachsen, Döbel, Zander, Flussbarsch, Schleie, Aal. Sozusagen alle Fische, welche in der Mosel vorkamen, wurden durch die Hochwasser zurückgelassen. Einige Arten fanden hier gute, andere schlechte oder gar keine Bedingungen zur Reproduktion. Die Krautbänke die bis in eine Tiefe von über 2 Meter reichten waren den Mitgliedern immer ein Dorn im Auge. Es sollten Graskarpfen eingesetzt werden. Ich informierte mich über diese neue Fischart aus Asien und kam zu dem Schluss diesen Fisch nicht in unser Gewässer einzubringen. Fazit, ich wurde als Gewässerwart nicht mehr gewählt. Es wurden 30 Graskarpfen eingesetzt. Jetzt nach über zehn Jahren sieht man was man angerichtet hat: Die Graskarpfen sind über 6-7 kg schwer. Kein oder nur noch wenig Unterwasserbewuchs. Es fehlen einige Fischarten wie Rotfeder, Schleie, Barsche sind weniger, Hechte sind blass usw.. Hier kann man nicht mehr von einem naturnahen Gewässer sprechen. Auf meinen Rat und einer Belohnung wurden 7 über 6 kg schwere Exemplare gefangen und verwertet. In dem gleichen Jahr begann die Unterwasserwelt sich etwas zu erhohlen. Dies war für mich der Beweis, dass ich mit meiner Meinung damals richtig lag.

    Mit freundlichen Grüßen

    Peter Brixius

  2. Nun habe ich mir hier alle Kommentare mal durch gelesen und möchte auch mal zu der Problematik etwas beisteuern.

    Als erstes sollte man wissen, dass die Verbreitung in den 1960er Jahren in der BRD begann, als probates Mittel gegen Algen. In kleinen Beständen auch sehr nützlich, da er sich tatsächlich in Europa nicht selbst reproduzieren kann. In der DDR wurde er gemeinsam mit Marmor- und Silberkarpfen zur Intensivhaltung eingeführt. Er diente als Nahrungsquelle für die Sowjetische Armee, wo er vorzugsweise hingeliefert wurde. In die Gewässer der Fischer und des Anglerverbandes wurde er dann auch als "Krautvernichter" eingebracht. In der richtigen Menge besetzt, verdrängte er dabei keine einheimische Arten (anderes Fressverhalten). Da der Wiederfang sehr schwierig ist, wurde der Besatz ca. ab 1985/86 zurück gefahren.

    Die Überdungung der Landwirtschaft bekämpfen zu wollen, ist eine Don Quijote Methode. Der Landwirt bewirtschaftet Felder und Wiesen. Sein Verständnis endet am Ufer des angrenzenden Gewässers.

    Sinn- und maßvoller Besatz, bringt nicht die aufgezeigten Negativszenarien, sondern kann viel helfen. Aber dafür bedarf es einer entwickelten Strategie. Wo wenige kleine Seerosenfelder im Gewässer sind, Finger weg vom Weißen Amur, da er sich die Jungtriebe im Frühjahr (weich) als erstes vornimmt. Wo eine Hornkrautplage vorherrscht, ist er eine enorme Hilfe.

    Da der Besatz aber mittlerweile in Deutschland verboten ist, bedarf es einer Ausnahmegenehmigung, die nur erteilt wird, wenn sie fachlich auf solidem Boden ausgearbeitet ist. Dazu gibt es in jedem Bundesland ein Fischereibiologisches Institut, dass man um Hilfe bitten kann.

    Wie ihr seht, gibt es immer Vor- und Nachteile, die man sehr gründlich abwägen sollte. Aber ein generelles NEIN, kann ich nicht unterstützen.

    Ach so, ich bin nicht seit 2010 Gewässerwart. Ich bin berufenes Mitglied des Fischereibeirates eines Landkreises, seit 1985 im Vorstand eines Kreisverbandes und seit 1990 dessen Präsident von über 5000 Mitgliedern, der für die Bewirtschaftung von 1000 ha Gewässerfläche zuständig ist.

    • Hallo Uwe,

      erst mal vielen Dank für das umfangreiche und kritische Statement.

      Zunächst zur Landwirtschaft: Natürlich ist das eine Mammutaufgabe und es wäre naiv zu behaupten, dass das Problem mal schnell gelöst werden kann. Aber muss man diese Situation denn immer wieder hinnehmen und an den Folgen schrauben? Gerade die Angler sind eine so große Interessengruppe, die sich mit ihrer großen Interessengruppe vermehrt gegen die veralteten Bewirtschaftungsmethoden in der Landwirtschaft stellen sollte. Leider hört hier umgekehrt auch oft das Engagement am Gewässerrand auf - nur eben in die andere Richtung. Ich denke, hier kränkelt es schon daran, dass die Angelverbände es nicht mal schaffen eine vernünftige Einheit auf Bundesebene zu bilden. Aber das ist eine andere Baustelle und wird schnell extrem politisch.

      Mir geht es hier darum, dass den Verantwortlichen an der Basis, nämlich in den Vereinen bewusst wird, was die Ursache für Überdüngung und Eutrophierung ist. An diesem Verständnis und Wissen mangelt es oft.

      Zurück zum Graskarpfen: Mein Grundtenor ist so negativ behaftet, weil ich davon überzeugt bin, dass die wenigstens Ehrenamtler in der Lage sind einen adäquaten Besatz abzuwägen und die wenigsten den Schritt an die Ämter wagen. Es geht um schnelle, kurzfristige Erfolge. Man besetzt lieber mal drauf los und schaut einfach was passiert. Das ist meiner Erfahrung nach die gängige Praxis und daher auch meine Aussage: Lasst es lieber bleiben, bevor ihr mehr kaputt macht als es schon ist, zumal es abgesehen von Sondergenehmigungen ohnehin verboten ist.

      Sicherlich, du verfügst offensichtlich über wesentlich mehr Erfahrung und kannst einen Besatz besser einschätzen als es viele Leser hier können. Aber genau hier solltest du dich in die Lage eines Gewässerwarts versetzen, der in der Regel eher gezwungenermaßen zu seinem Ehrenamt gekommen ist und als Laie versucht ein Gewässer zu bewirtschaften. Bis dieser Gewässerwart die nötige Erfahrung hätte (!), ist schon wieder der nächste an der Reihe, der für seine schlechten Besatzmaßnahmen "gewürdigt" wird.

  3. Wir haben ein ähnliches Problem mit unserem Vereinsgewässer (ca.0.7 ha) . Wir werden der Wasserpest nicht mehr Herr. Hatten das Problem schon einmal vor etlichen Jahren und haben es mit Grasern wieder in griff bekommen . Auch bei uns sind in den strengen Wintern viele große Graskarpfen verendet. Seit dem kann man ab Juni nicht mehr angeln. Wir werden im Frühjahr Graskarpfen einsetzen um endlich wieder vernünftig angeln zu können.

  4. Hallo alle,

    mich würde interessieren, ob ihr euch schon mal mit EM (Effektive Mikroorganismen) als Mittel für Teichbalance befasst habt. Wir haben hier 3 verwilderte Teiche übernommen und mit einer Fülle an Altlasten zu kämpfen. Wir wollen die Biologie stärken und für die Fische einen guten Lebensraum schaffen. Gerade hatte ich überlegt, einen Graskarpfen zu kaufen und einzusetzen, was ich aber nun nicht tun werde, nachdem ich euer interessantes Forum entdeckt habe.

    Also noch mal die Frage: Warum nicht EM einsetzen, um Teiche in ein "natürliches" Gleichgewicht zu bringen?

    Viele Grüße
    Ute

    P.S.: Mir fällt auf, dass in eurem Forum nur Männer schreiben. Gibt es keine Teichbeistzerinnen?
    Ich fände es auch wichtig, nicht immer so protzig übers Fischen zu reden. Kein Karpfen will geschlachtet werden! Und dieses posieren mit großen Fischen finde ich echt unmöglich und mackermäßig. Solche großen Tiere sollten leben dürfen. Das ist genau wie mit den Bäumen. Bald gibt es keine wirklich großen Bäume mehr. Wir sollten aber mehr Respekt vor alten Lebewesen haben, finde ich.

    • Hallo Ute,

      Sogenannte "Effektive Mikroorganismen" sind mir völlig unbekannt und vermutlich ein teures "Wunderprodukt" der Gartenteichhändler. Wenn dem so ist, solltest du dich - genauso wie von den Graskarpfen - davon fernhalten.
      Ein natürliches Gleichgewicht gibt es in dem Sinne nicht.

      Es kommt darauf an, ob ihr die Teiche bewirtschaften wollt oder in einem naturnahen Zustand belassen wollt. Wo es ein Fisch schwer hat, kann es durchaus andere Arten geben, denen es dort sehr gut gefällt (Amphibien etc.). Wenn es jedoch um die intensive Bewirtschaftung als Ziel geht, bedeutet das handwerkliche Arbeit und setzt gute Kenntnisse in der Teichwirtschaft voraus. Ein Mittelchen ins Wasser schütten und hoffen, dass dann alles von alleine geht, funktioniert nicht.

      Deine letzte Meinung finde ich im Kontext dieses Blogs unbegründet, denn hier findest du weder "Poserbilder" noch "Schlachtbilder". Wir bewegen uns hier auf rein sachlicher Ebene ohne den Einfluss von Wettkampfgedanken oder Pralerei. In den einschlägigen Angelforen ist das aber durchaus der Fall und da pflichte ich dir absolut bei.

  5. Robert meint:

    Hallo zusammen,

    hier mal meine Erfahrungen mit den Graskarpfen:
    Ich hatte zu meinem Haus einen ungepflegten Teich (ca. 8x5m, 1,5m tief) übernommen. Als unerfahrener "Teichbesitzer" hatte ich diesen vor 2 Jahren im Frühsommer komplett geleert und gereinigt. Nach dem Neubefüllen und Neubesatz (Goldfische, Goldorfen und Kois) hielt die Freude dann nur kurz, da sich bereits nach 2 Wochen eine Algenplage einstellte... Fadenalgen, Schwebealgen. Also fix zum Fachhandel gefahren und Algenmittel und Wasserstabilisierer gekauft. Ergebnis der Aktion war, dass der bis dahin saubere Teich nun wieder komplett mit einer Schicht abgestorbener Algen (Schlamm) bedeckt war und die Fadenalgen bereits nach kurzer Zeit wieder ca. 30% des Teiches ausmachten. Wie ich heute weiß, war der Zeitpunkt der Teichreinigung absolut ungünstig, da durch das Reinigen des Teiches Nährstoffe, die sich in der Kiesschicht befanden aufgewirbelt wurden und in Verbindung mit der Sommersonne und dem klaren Wasser zu den optimalen "Algenbedingungen" geführt hatte - eine Teichreinigung hat eben im Spätherbst zu erfolgen. Um dem neuerlichen Algenproblem ohne Chemie Herr zu werden, hatte ich mich dann an ein Fachgeschäft gewandt, wo man mir letztendlich den Besatz mit Graskarpfen empfohlen hat und "Sie haben Glück, wir haben gerade eine Aktion - beim Kauf von 5 Graskarpfen erhalten Sie einen weiteren gratis dazu..." - also die 6 Winzlinge freudig in der Tüte nach Hause chauffiert und ab in den Teich damit. Jawohl, die Algenplage war nach ein paar Wochen weg... also alles richtig gemacht - vorerst.

    Jetzt im 2ten Jahr schließe ich die Graskarpfen jeden Abend in mein Abendgebet ein! Warum? Die sind mittlerweile bei einer Größe von 50-60cm angekommen, der Teich ist frei von Wasserpflanzen, in regelmässigen Abständen kippt mir nun der Teich und alle Vorteile, die mir damals vom Fachgeschäft "versprochen" wurden, sind von den "Fressmaschinen" gegenteilig zur Realität geworden - instabiler Teich, ständige Schwebealgenprobleme, keine Wasserpflanzen mehr und und und. Selbst das Zufüttern mit Salatköpfen, um sie von den Wasserpflanzen fernzuhalten, funktioniert überhaupt nicht - eher im Gegenteil, die Köpfe sind in ca. 30min abgefressen und schwimmen "püriert" im Wasser umher, was wieder nur weiterer Nährstoff für Algen ist... ein Teufelskreis. Ich werde im Herbst den Teich ablassen und die Graskarpfen im Kochtopf und Räucherofen verschwinden lassen.

    Fazit: Ich kann von dem Besatz mit Graskarpfen nur abraten! Sie beseitigen keine Probleme, sie schaffen nur welche und das signifikant mehr.

  6. Bach meint:

    Hallo zusammen,

    Wir haben auch das Problem einen Weiher zu haben in dem letztes Jahr nur noch ca 5% befischt werden konnte. Dieser Weiher von dem ich spreche hat eine Größe von 60 X 80 Metern und eine Durchschnittstiefe von ca 150 cm. Wir haben auch versucht mit Herausreißen von Kraut im großen Stil darüber Herr zu werden, aber wir haben uns schlau gemacht und sind auf etwas Interessantes gestoßen. Es soll der Einsatz von Milchsäurebakterien sein, der uns weiterhelfen könnte. Wir sind am experimentieren und auf den Erfolg gespannt.

    Wir haben die ersten Milchsäurebakterien vor einer Woche im Weiher ausgebracht und müssen jetzt warten. Denn Milchsäurebakterien fressen den Nährstoff im Wasser, den die Wasserpflanzen zum Wachsen brauchen auf und stoppen so das Wachstum.

    Hat denn jemand irgendwelche Erfahrungen damit dann schreibt mal einfach.
    Mehr will ich hier noch nicht schreiben, da es ja nur eine Versuchsreihe ist.

    • Niklas meint:

      Hallo Herr Bach,

      davon habe ich persönlich noch nichts gehört. Als Diskussionsplattform hierfür empfehle ich das Gewässerwart Forum. Dort lässt es sich vermutlich besser über die Thematik diskutieren.

    • Tobias Zaum meint:

      Hallo Herr Bach,

      war der milchsäurebakterieneinsatz erfolgreich ? Wie heißt dass Produkt und wo wäre es käuflich zu erwerben ?

  7. Uwe Schulz meint:

    In meinem Teich (ca. 0,5ha) sind sehr viele Graskarpfen, ich kann auch kaum glauben, daß Sie sich nicht vermehren, leider werden Sie dem Krautbewuchs (von Mai-Nov. ca 70% der Fläche) überhaupt nicht herre , ich habe den Eindruck es werden immer mehr Fische aber auch mehr Kraut obwohl die angrenzenden Brach- und Wiesenflächen überhaupt nicht gedüngt werden.

  8. Thorsten meint:

    Nur ein Hinweis: Auch der Gemeine Karpfen stammt aus Asien 😉
    An unserem Angelgewässer (Sachsen) sind Schilder angebracht, dass die Entnahme von Graskarpfen aus dem Gewässer (Rückhaltebecken) untersagt ist!

    • Gewässerwart meint:

      Hallo Thorsten,

      Ursprünglich stammt natürlich auch der "normale" Karpfen aus Asien, das stimmt. Dessen Besatz kann man genaugenommen auch in Frage stellen. Doch soll das an dieser Stelle nicht das Thema sein.

      Warum ist die Entnahme bei euch untersagt?

  9. Michael meint:

    Hallo,
    wir haben einen kleinen Weiher mit ca. 1,3 ha und eine durchschnittliche Wassertiefe von 1,3m, also ein sehr Flacher verschlammter Tümpel, der Zulauf ist ein Überlauf von einem weiter obengelegner Weiher und eine kalte Wasser Quelle vom Wald.

    Früher war der Weiher mit ca.30 % Wasserpflanzen (Seerosen, Wasserpest, usw.) zugewachsen vor 10 Jahren wurde der Weiher abgelassen um die Grasskarpfen ca. 20Stück zu entnehmen. Zeit dieser Zeit ist der Weiher immer mehr zugewachsen und die letzten Jahre haben wir ab Juni nur noch max. 5% freie Wasserfläche die befischt werden kann.
    Da es in Baden-Württemberg strengstens verboten ist Grasskarpfen zu besetzen und auch bestraft wird können wir nur zusehen wie der Weiher Stück für Stück Komplet verlandet.
    Wir haben auch schon 2 Winter den Weiher leer gelassen zu abtrocknen und Ausgehfrieren, das wurde und vom Verband und RP als Maßnahme empfohlen, doch im Sommer darauf wuchsen die Pflanzen noch besser, da der Schlamm durch den Sauerstoff ohne Wasser noch Nahrhafter wurde, was ja auch logisch ist da. Auch das ausreisen der Wurzeln mit lagen Drahtseilen, Gewichte, Haken und einem großen Traktor brachte nur kurzen Erfolg, da jede losgerissene und geteilte Wurzel einen neuen Trieb bekam.

    Ich wäre dafür das in solchen Fällen wo das Gewässer auch zu jeder Zeit abgelassen werden kann ein kontrolliertes besetzen von Grasskarpfen wieder erlaubt werden sollte!!

    Das Problem haben viele Gewässer in unserer Gegend und da die Biogasbauern immer mehr werden, müssen die Äcker wo immer weniger werden immer mehr gedüngt werden das den Pflanzen wuchs noch mehr fördert.

    Gruß
    Michael

  10. Werte Gewässerwarte,

    bin eigentlich sehr zufrieden mit Euren interessanten Beiträgen und praxisnahen Tipps. Schade finde ich nur, dass die leider allgemeingebrauchte Bezeichnung „Graskarpfen" für den Grasfisch/weißer Amur angewandt wird. Viele Fischer wissen spontan überhaupt nicht, dass diese Asiaten keine Barteln haben. Klar gehören sie zur Familie der Cypriniden. Doch keiner unserer Kollegen würde z. B. ein Döbel/Aitel als Aitelkarpfen bezeichnen. Vielleicht wäre eine Überarbeitung möglich 😉

    PETRI HEIL G.R.

    • Gewässerwart meint:

      Hallo Frau/Herr Rauch 🙂

      diesen Umstand haben wir nicht berücktsichtigt - das stimmt. In unserer Region und darüber hinaus ist der Begriff "Graskarpfen" äußerst geläufig, weshalb uns das gar nicht weiter aufgefallen ist. Diese Bezeichnung hat sich wohl eingebürgert und ist prinzipiell nicht logisch. Selbst auf Wikipedia und anderen großen Webseiten wird der Fisch als Graskarpfen bezeichnet.

      Wir werden hier einen Hinweis ergänzen, dass es zu keinen Verwechslungen kommt.

      Vielen Dank für den Hinweis!

  11. Graser Jäger meint:

    Moin moin,

    An Kleinstgewässern wie hier 0,7ha mag das alles zutreffen. Ebenso an überbesetzten Vereinsgewässern. Bei mir hier in MV an den kleinen und großen Naturseen, in denen 1000ende Tonnen von Grasern schwimmen, habe ich in den letzten 40 Jahren die hier beschriebenen Szenarien nicht beobachten können.

    • Gewässerwart meint:

      Hallo "Graser Jäger",

      Der Hinweis auf die Gewässergröße ist richtig. Je größer das Gewässer, desto mehr Graskarpfen kann es "verkraften". Das Verhältnis von Fisch pro Hektar bleibt aber immer ähnlich/gleich.

      Selbst, wenn keine sichtbaren Veränderungen auftreten, bin ich der Meinung, dass diese asiatische Fischart schlichtweg nicht in unseren Gewässer ausgesetzt werden sollte - schon gar nicht in Naturseen. An dieser Stelle auch noch mal der Hinweis auf die bestehenden Besatzverbote.

      Bist du mit den "1000enden Tonnen" wirklich sicher? Du sprichst hier von mehreren Millionen Kilogramm Graskarpfen. Ausgegangen von folgenden Werten:

      • 1000ha Wasserfläche (wahrscheinlich hoch angesetzt)
      • 1000000 kg Graskarpfen
      • 10kg Durchschnittsgewicht pro Fisch

      ...ergäbe das 100 Graskarpfen pro Hektar.

      Wenn ja, kann ich mir bei dieser Menge sehr wohl vorstellen, dass die Graskarpfen Auswirkungen auf die Gewässer haben - wenn auch nicht sofort mit bloßem Auge zu erkennen.

  12. Norman meint:

    Zwei Fragen:

    Bei Graskarpfen kommt es da auf die Wassertemperatur an wie viel Appetit sie haben - je höher desto mehr Hunger?
    Und wie ist es mit der Fortpflanzung?

    • Gewässerwart meint:

      Hallo Norman,

      zu Frage 1:
      Ja, das ist aber prinzipiell bei allen Fischen so, da Fische wechselwarm sind. Der Unterschied beim Graskarpfen ist die ineffiziente Verdauung. Er braucht generell mehr Futter, da er nur wenig Energie aus der pflanzlichen Nahrung ziehen kann.
      Mal flapsig formuliert: Stell dir eine Kuh vor, die ihre ganze Energie aus Gras ziehen muss. Die frisst auch den ganzen Tag. 😀

      zu Frage 2:
      Die Fortpflanzung beim Graskarpfen ist in unseren Breiten nicht möglich, weil er nur in Fließgewässern mit langanhaltend hohen Wassertemperaturen (etwa 25-30° C) ablaicht bzw. sich die Eier nur dort richtig entwickeln können.

  13. Frank Rasztuttis meint:

    Hallo,

    einige Ihrer Argumente werden sicherlich zutreffen. Wenn mann aber ein Angelgewässer hat in den man weder schwimmen noch angeln kann durch starken Hornkrautbewuchs ist der Besatz von Graskarpfen ein probates Mittel. In den 90-ziger Jahren gelang es mir mit den Besatz das Hornkraut zu vernichten.Leider sind durch die strengen Winter 2010-2012 die Graskarpfen durch Sauerstoffmangel verendet und nun habe ich wieder das gleiche Problem. Durch die Überdüngung der angrenzenden Wiesen durch die Landwirte und damit den Eintrag ins Gewässer kann ich leider die Ursachen nicht beseitigen.

    Ich würde gerne Ihren Überschuss an Graskarpfen kaufen und mein Teich wieder ins Gleichgewicht bringen.
    Können Sie mir bitte dabei helfen? Kennen Sie Bezugsquellen für den Kauf nennen?

    Mit freundlichlich Grüssen
    Frank Rasztuttis

    • Gewässerwart meint:

      Hallo Frank,

      Sicher, die Landwirtschaft ist ein erheblicher Faktor, den wir von heute auf morgen nicht ändern können. Wichtig ist aber, dass man die Nährstoffeinträge als Ursache einordnet und deren Folgen erkennnt. Auch die Landwirte sollten diesen Umstand langsam in ihre Bewirtschaftung mit einfließen lassen. Ich frage deshalb mal ganz platt:
      Hast du dich schon mal über alternative Methoden der Landwirtschaft informiert und dann objektiv mit den Landwirten über die Problematik gesprochen?
      Das wäre persönlich mein erster Ansatzpunkt, denn langfristig kann sich nur in der Landwirtschaft Verbesserung einstellen - und wir müssen uns weniger über Graskarpfen unterhalten. 😉

      Zu deiner Graskarpfen-Suche:
      Einen Überschuss an Graskarpfen haben wir (hoffentlich) nicht mehr. Allein in diesem Jahr haben 9 stattliche Exemplare das Zeitliche gesegnet.
      Graskarpfen werden von vielen Züchtern - sogar in Baumärkten - angeboten, was den Schritt zum voreiligen Graskarpfen-Besatz für viele Vereine so einfach macht.

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