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Brutbox Eigenbau "Ulmer Box"

Brutbox Eigenbau "Ulmer Box"

In den letzten Wochen beschäftigte ich mich vermehrt mit den verschiedenen Möglichkeiten Fischeier in Brutboxen zu erbrüten. Bei meinen Recherchen lernte ich Herrn Hermann Rohrmoser vom Fischereiverein Ulm/Neu-Ulm e.V. kennen. Mit seinen Vereinskollegen entwickelte er das schwimmfähige Brutboxen System „Ulmer Box“, das ich euch im folgenden vorstellen möchte.

Die Ulmer Box

Das Prinzip der Ulmer Box beruht, wie bei allen anderen Brutboxen, auf der Erbrütung von Fischeiern direkt im Fließgewässer. Allerdings grenzt sich dieses System mit seiner Schwimmfähigkeit deutlich von den gängigen Systemen ab. Herr Rohrmoser beschreibt das System wie folgt:

In der schwimmenden Ausführung werden die Eier direkt auf den gelochten Boden, oder in die zusätzlich eingesetzte Brutbox aufgelegt und verbleiben dort bis die schwimmfähige Brut umgesetzt werden kann. Die schwimmende Version ist unabhängig vom Wasserstand, leicht zu pflegen und die aufgefangene Brut kann auf mehrere geeignete Plätze verteilt werden.

Die geschlüpften Brütlinge können also die Box nicht direkt ins Gewässer verlassen, sondern werden an geeigneten Stellen mit genügend Versteckmöglichkeiten oder in anderen Gewässern ausgesetzt.

Besonders in Gewässern mit hoher Sandfracht erscheint mir diese Methode zum (Wieder-)Aufbau eines selbstreproduzierenden Fischbestands sehr nützlich und kostengünstig. Das Material für einen Nachbau erhält man in jedem Baumarkt und auch der Aufbau lässt sich aus den hier aufgeführten Bilder recht einfach nachempfinden.

Erfahrungen des Vereins

Brutbox - Ulmer Box mit Brütlingen

Ulmer Box mit geschlüpften Brütlingen

Seit 2011 erbrütet der Verein Bachforellen und – wenn verfügbar – auch Äschen Eier ab dem Augenpunktstadium. Die Mitglieder sind überzeugt, dass diese Methode gesunde, auf das Gewässer geprägte Fische hervorbringt, die sich später auch selbst reproduzieren. Speziell die Ulmer Box erzielt dabei sehr gute Erfolge.

Auch für die Jugendgruppe des Vereins ist die Erbrütung ein wertvolles Betätigungsfeld geworden. Der Verein ist in der glücklichen Lage gleich mehrere Fließgewässer mit geeigneter, jedoch unterschiedlicher Gewässerstruktur beangeln zu dürfen. Daher kommen neben der schwimmenden Ulmer Box noch weitere Erbrütungsmethoden, wie das direkte Einbringen von Fischeiern in den Kies, zum Einsatz.

Über Niklas


Gewässerwart im Angelverein seit 2010, Vorsitzender eines Gewässerschutz Vereins und Gründer des Gewässerwart Blogs. Begeisterter Skandinavien-Fahrer, Angler und Medieninformatiker.

Kommentare

  1. Danny Stau meint:

    Hallo Niklas,
    ich habe mal ein paar Fragen zur Ulmer Box, ich habe die Box nachgebaut, das war auch garnicht so schwer, allerdings habe ich an den Seiten auch Löcher in die Box gemacht und habe nun innerhalb von einem Test Tag, schon Sand in der Box . Wird nur der Boden gelöchert? Wie verhält sich das ganze bei Frost, können die Eier das ab? Gibt es auch Versuche mit grünen Eiern? Man könnte ja quasi auch nach dem Laichfischfang die Eier in der Box auflegen. Viele Grüße

  2. Lasse Mikaelsen meint:

    Sehr gute Idee. Ich sende hier etwas womit wir arbeiten.
    https://vimeo.com/58322409

    Du kannst mehr Filme und Informationen auf Facebook finden: Lars Mikaelsen
    mvh Lasse Hagebro

    • Hallo Lasse,

      Meget flot video! 🙂
      Vielen Dank für die Informationen. Ihr Dänen seid uns Deutschen in der Gewässerunterhaltung weit voraus! 😉

      Thanks a lot for your information. You danish people are way ahead of us germans when it comes to taking care of our river systems.

      Greetings to Denmark.

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