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Praxistipps, Testberichte und Neuigkeiten für die Gewässerunterhaltung.

Aufgaben des Gewässerwarts

Beobachtungen, Proben & Analysen

Die wichtigsten Aufgaben des Gewässerwarts sind die Datenerhebung durch Untersuchungen und Beobachtungen, die anschließende Auswertung der erhobenen Daten und die Interpretation der Ergebnisse.  Mit diesen Daten kann er den gesamten Gewässerzustand von Fließ- und Stillgewässern über kurze bis lange Zeiträume (Stunden bis zu Jahren) verfolgen, um Veränderungen im System erkennen und angemessen handeln zu können. Diese Tätigkeiten machen den größten Teil der Arbeit aus und erfordern einen relativ hohen Zeitaufwand, Sorgfalt und vor allem Engagement.

Die folgenden Beispiele umreißen grob, um welche Untersuchungen es sich dabei im einzelnen handelt und welchen Zweck diese erfüllen.

Chemische Gewässeruntersuchung

Mittels chemischen Untersuchungsbesteck und teils elektronischen Messgeräten wird die chemische Zusammensetzung des Wassers überprüft. Dabei werden am Gewässer Wasserproben entnommen und vor Ort verschiedene chemische Parameter – beispielsweise Sauerstoffsättigung oder das Vorkommen fischgiftigen Nitrits – überprüft.
Die gesammelten Daten stellen den chemischen Ist-Zustand des Gewässers dar und können unter anderem als rechtliches Beweismittel bei Umweltverschmutzungen verwendet werden.

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Physikalische Gewässeruntersuchung

Bei der dieser Untersuchung werden physikalische Größen, wie Wassertemperatur, Sichttiefe, Luftdruck und Lufttemperatur gemessen. Diese Eigenschaften wirken sich unmittelbar auf den Zustand des Gewässers aus und werden in der Regel parallel zur chemischen Gewässeruntersuchung gemessen.

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Biologische Gewässeruntersuchung

Die biologische Gewässeruntersuchung befasst sich mit den im Wasser lebenden Lebewesen – Pflanzen, Insekten, Wirbellose, Muscheln, Krebse und Fische. Durch deren evolutionäre Anpassung an verschiedene Wasserzusammensetzungen und Gewässerstrukturen tritt jede Spezies nur unter bestimmten Lebensbedingungen auf. Das Vorkommen bestimmter Spezies kann daher als Indikator für die Qualität eines Gewässers herangezogen werden und die Gewässergüte bestimmt.

Morphologische Gewässeruntersuchung

Neben chemischen, physikalischen und biologischen Daten gilt es auch die Gewässerstruktur im Auge zu behalten. Diese wirkt unmittelbar auf das Ökosystem aus und beeinflusst beispielsweise Fortpflanzung und Abwuchsverhalten von Fischen. Dabei werden nicht nur Strukturen im, sondern auch um das Gewässer herum erfasst:

  • Nutzung der Gewässerumgebung
  • Beschaffenheit des Gewässerrandstreifens
  • Gewässerverlauf
  • Uferbewuchs
  • Uferstruktur
  • Gewässerquerschnitt
  • Strömungsbild
  • Gewässersohle
  • Durchgängikeit

Elektrobefischung

Für die Kontrolle des Fischbestands wird häufig die Elektrobefischung eingesetzt. Dabei werden die Fische mittels Strom betäubt und abgekeschert. Die Betäubung lässt schon nach wenigen Sekunden und der Fisch kann wieder freigelassen werden.

Ein Gewässerwart kann diese Untersuchung nur mit Elektrofischereischein und behördlicher Genehmigung durchführen.

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Verwaltung von Fangstatistiken

Alle Angler sind verpflichtet eine Fangkarte zu führen, auf der alle Fänge eines Jahres festgehalten werden. Basierend auf diesen Daten erstellt der Gewässerwart Fangstatistiken, die ihm rückwirkend Aufschluss über den Fischbestand geben.

Diese Kontrolle ist leider nur bedingt hilfreich, da der Gesetzgeber allein die Dokumentation entnommener Fische vorschreibt. Dadurch werden eben nur Fische innerhalb der Schonmaße notiert und zurückgesetzte Exemplare nicht erfasst.

Weitere Untersuchungen

  • Reusenbefischungen
  • Netzbefischungen
  • Erfassung von Fischkrankheiten
  • Ertragsberechnungen
  • etc.

Naturnahe Gewässerunterhaltung

Aus den Ergebnissen der oben genannten Untersuchungen geht hervor, welche Maßnahmen für die Unterhaltung eines Gewässers nötig und angemessen sind.

Fischbesatz

Anhand der Beschaffenheit des Fischbestands entscheidet der Gewässerwart ob und welche Besatzmaßnahmen notwendig sind. Es gibt verschiedene Gründe für den Fischbesatz. So kann er beispielsweise der Kompensation oder aber der Wiederansiedlungsprojekte von ausgestorbenen Fischarten dienen.

Schonmaßnahmen

Nach Bedarf können Fangbeschränkungen und weitere Fischereivorschriften für Angler festgelegt werden. Dies wird meist in der Gewässerordnung des Vereins festgehalten.

Pflegemaßnahmen

Die Pflegemaßnahmen für ein Gewässer sind sehr breit gefächert:

  • Pflanzenmahd und Gehölzpflege
  • Pflege der Vegetation im und am Wasser
  • Entfernen von Unrat
  • Entfernen von gebietsfremden Pflanzen
  • etc.

Strukturverbesserungen

Der Gewässerwart kann Initiator für die Verbesserung der ökologischen Situation im und am Gewässer sein. Die Maßnahmen können im kleinen Rahmen vom Verein selbst oder in größeren Ausmaßen in Zusammenarbeit mit den Behörden umgesetzt werden.

  • Renaturierungsarbeiten
  • Habitatverbesserung und  -sicherung
  • standortgerechte Baum- und Strauchvegetation fördern
  • etc.

Über Niklas


Gewässerwart im Angelverein seit 2010, Vorsitzender eines Gewässerschutz Vereins und Gründer des Gewässerwart Blogs. Begeisterter Skandinavien-Fahrer, Angler und Medieninformatiker.

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